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Kevin Baumann ist jung, voller Tatendrang, er hat Freunde und die Prüfung für die Kunsthochschule bestanden. Aber er fühlt sich leer, alles widert ihn an: Rumhängen im Einkaufszentrum, sein verständnisvoller, liberaler Vater, sein Leben zwischen Smartphone, Social Media, Styling-Tutorials und schnellen Nummern auf der Toilette im Ausgang. Kev ist wütend, aber eigentlich weiss er gar nicht warum. Er möchte aufbegehren – doch wo liegt das Problem?

Und dann ist da noch die Sache mit dem Ritalin, das Kev nach 11 Jahren abgesetzt hat. Seltsame Dinge passieren in seinem Kopf: Nach einer Party, betrunken und im Drogenrausch, erscheint ihm ein Punk. Ein Punk, der alles über ihn weiss. Und Kev merkt bald, dass er der einzige ist, der diesen Punk sehen kann.

Kev fängt Feuer – er will so werden wie der Revoluzzer-Punk und die Generation der Achtziger: Junge Leute, die ohne Rücksicht auf Verluste Widerstand leisten und ein radikales Leben führen. Er stachelt seinen Kumpel Manuel an, eine Kommune zu gründen. Doch wo findet man Kommunarden? Bei einem Casting!

Und so findet ein bunter WG-Trupp zusammen: der sensible Chris, Drogennarr Raffi, Fitim und seine Freundin Judith, die eigentlich nur in der Kommune wohnen, weil das junge Paar mit Baby keine Bleibe findet; und schliesslich die laszive Julia, die Kev rasch den Kopf verdreht. Als Initiationsritual knallen die Neorevolutionäre ihre Smartphones an die Wand: Wieder echte Empfindungen, no more Social Media, Drogen und Klauen, weg mit Konventionen, raus aus der Konsumwelt – das ist ihr Ziel, ganz nach dem Vorbild der Alt-Achtziger.

So richtig ungemütlich wird es für Kev aber, als sein Vater vor der Tür steht und einziehen will, weil er von seiner Gattin rausgeschmissen wurde. Und der Ex-Achtziger erlebt seinen zweiten Frühling. Voller Enthusiasmus schlüpft Bernhard Baumann schnell ins Kommunen-Leben – und ist dabei deutlich lockerer unterwegs als sein Sohn.

Aber immerhin bringt der eigene Vater Kev auf eine Idee: Das Problem der Jungen sind die Alten! Sie, die im Wohlstand leben, grosse Wohnungen besetzen, den Jungen auf der Tasche liegen und das Gesundheitssystem belasten. Es ist gar der Vater, der mithilft, endlich einen Kampfruf zu finden: Lasst die Alten sterben!

«Lasst die Alten sterben» ist eine tragisch-komischer Film über Jugendliche, die in einer Welt aus Zuckerwatte nach Luft schnappen. Eine Momentaufnahme einer Generation, die sich aus der Langweile befreien will und dabei ins Leere fällt.